Und wieder ist es soweit ….

Das nächste Kinderwochenende steht vor der Tür!

 

Derzeit läuft es bei uns noch so ab, dass Sohn Nummer 1 am Freitagnachmittag kommt und Sohn Nummer 2 und 3 entweder am Samstag oder am Sonntag dazu stoßen!
Ja, ihr lest richtig!
Zwei von ihnen schlafen noch nicht bei uns! Warum das so ist kann ich euch gar nicht so wirklich beantworten aber es hat sich so eingebürgert und bislang ist es mal so.
Aber auch wenn nur an einem Tag alle 3 Kinder anwesend sind bedarf es einer ziemlichen Vorbereitung allein schon die Wohnung von einem 2 Personen Haushalt auf einen bis zu 5 Personen Haushalt aufzurüsten!
Angefangen von dem Kühlschrank der aufgefüllt werden muss, bis zur saubere Wäsche (die unter der Woche ihren Platz im Kinderzimmer findet) – an alles muss man oder besser gesagt Frau denken.
Und genau mit dieser Vorbereitung geht’s eigentlich Anfang der Woche schon los:

– wer kommt wann?
– was gibt es zu essen? Einkaufslisten- App sei Dank!
– stehen Schularbeiten an für die noch etwas gelernt werden muss?
– wie sind die Wetterprognosen?
– Ausflug ja/nein?
– mit Hund/ ohne Hund? wo kann der Hund hin, wenn wir wegfahren?
usw.

Der ganz normale organisatorische Wahnsinn der vielen von euch wahrscheinlich nicht unbekannt ist.

In meinem Fall ist es jedoch nicht nur das ganze Organisatorische was an so einem Wochenende auf mich zu kommt- nein, ich muss mich auch „mental“ immer wieder auf diese Situation einstellen. (Ich mein das jetzt gar nicht negativ aber natürlich agier ich anders wenn ich weiß, dass ich zeitiger aufstehen muss oder ich nicht den ganzen Tag auf der Couch herum kugeln kann weil die Kinder da sind.)

Und ja – bin zwar physisch und psychisch anwesend, werde von den Kindern akzeptiert, werde toleriert, die Berührungsängste sind verschwunden aber ich bin mir noch nicht sicher ob ich auch schon wirklich dazugehöre bzw wer ich für sie eigentlich bin und ich glaube so geht es den Kindern auch. Zumindest habe ich den Eindruck als wüssten sie noch nicht wie sie mit mir umgehen sollen/können/dürfen.
Direkt angesprochen werde ich nämlich kaum, maximal werde ich gefragt wo denn der Papa ist, wenn er nicht sofort ersichtlich ist. Auch Erlebnisse werden hauptsächlich dem Papa erzählt obwohl ich daneben sitze.
Liegt es daran, dass wir uns nur am Wochenende sehen?! Ist es einfach noch zu früh um so richtig dazuzugehören und bin ich einfach nur zu ungeduldig?
Aber es sind doch schon 2 Jahre….
Auf der einen Seite anscheinend zu kurz um so richtig miteinander warm geworden zu sein aber auf der anderen Seite muss ich trotzdem manchmal als Erwachsene agieren und die Kinder auch mal einbremsen bzw Vereinbarungen für unsere Wohnung zu treffen und nicht alles „durchgehen“ lassen.
Ein etwas schmaler Grat mit dem vielleicht auch andere in so einer Situation hadern.

Ich bin es beruflich bedingt gewohnt von Kindern umgeben zu sein, mich mit ihnen auf Augenhöhe zu unterhalten, Maßnahmen zu setzen, Konsequenzen zu ziehen, auch mal die Blöde zu sein, ihnen den Raum zu geben sich und ihrer Fähigkeiten kennenzulernen, sich auszutoben, dreckig zu machen und sprichwörtlich im Regen zu tanzen.

Bei den Kindern meines Freundes hab ich allerding einen Stock im Hintern. Oft begleitet mich der Gedanke, dass ich irgendetwas falsch machen könnte, zu streng zu ihnen bin und ihnen gegenüber nicht so agiere wie sie es eigentlich gewohnt sind.
Es wäre von mir aber auch nicht richtig ihnen Alles zu erlauben, in der Hoffnung das sie mich dann mögen und ich bei allen gut dastehe.
Und natürlich erwarte ich nichts Außergewöhnliches von meinen Stiefkindern.
Lediglich, dass sie vielleicht aufeinander warten beim Essen und nicht alles stehen und liegen lassen sobald wer fertig ist, dass die Teller weggeräumt werden, Grüßen, Bitte/Danke, dass sie fragen, wenn sie etwas wollen, … einfach so alttägliche Dinge die für mich normal sind, weil ich es einfach nicht anders kenne.

In Gespräch mit (kinderlosen) Freunden hör ich immer wieder „Ja klar kannst du sagen was sie dürfen und nicht! „Deine“ Wohnung, „deine“ Regeln!“
Ist es wirklich so einfach?!

Bei Sohn Nummer 1 (16 Jahre) ist es kein Problem denn auch wenn meine „Strenge“ für ihn nach wie vor etwas befremdlich ist hat er einfach ein Alter erreicht in dem man zum einen gewisse Dinge schon erwarten kann, und zum anderen es ihm auch leichter fällt zwischen den verschiedenen „zu Hause“ zu unterscheiden.
Die anderen sind allerdings „erst“ 7 und 3 Jahre. Können sie schon differenzieren und verstehen, warum es bei Papa diese Regeln und bei Mama diese Regeln gibt?
Ist die „neue“ Situation nicht schon schwierig genug?! Oder braucht es einfach ein bisschen Zeit bis alle ihre Unsicherheit über Bord geworfen haben?
Da bei uns allerding die räumlichen Gegebenheiten anders sind (80m2 Wohnung) und noch dazu ein 10-jähriger Hund im Haushalt wohnt können wir leider nicht darauf warten bis alle bereit sind.
Somit werden wir langsam aber doch damit anfangen die „neuen“ Vereinbarungen in Papas Wohnung Schritt für Schritt einzuführen und ihnen natürlich auch Erklären warum/wieso/weshalb.
Wir starten am kommenden Wochenende mal mit dem ordentlichen Grüßen. Sie müssen mir weder die Hände schütteln noch vor mir salutieren aber ich hätte früher oder später schon gerne, dass ich normal und nicht im rausgehen bzw vom Gang in die Wohnung reinschreiend verabschiedet werde.
Eine weitere Vereinbarung für Papas Wohnung auf die wir in Zukunft mehr schauen werden ist, dass die Kinder (vor allem Sohn Nummer 2 und 3) anfangen ihr Mittagsgeschirr selber wegzuräumen. Absolut toll wäre es natürlich, wenn wir es dann auch irgendwann einführen könnten, dass sie aufeinander beim Tisch warten und nicht gleich aufspringen sobald sie fertig gegessen haben.

Aber ja, Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut und somit wird sich nicht alles von heute auf morgen ändern aber wir arbeiten daran.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass alles Reibungslos und ohne großen Proteste von statten geht!

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen